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Neue Technologien geben einen ersten Eindruck vom E-Mail-Posteingang von morgen

George Bilbrey
08. Januar 2013 - George Bilbrey, Co-Founder, President at Return Path

Der E-Mail Posteingang der Zukunft erfüllte die Träume von Konsumenten – und auch die der E-Marketer. Aber eigentlich unterscheidet sich die E-Mail in der Zukunft gar nicht so sehr von der E-Mail von heute. E-Marketer müssen heute und in Zukunft den Fokus darauf legen, eine positive Erfahrung für den Adressaten zu schaffen, sein Opt-in für die Kommunikation einholen, relevante Inhalte und Angebote liefern und Mehrwert generieren. Aber es gibt auch technische Innovationen, die uns versprechen, den Posteingang in Zukunft zu revolutionieren – damit Konsumenten sich wieder auf ihre E-Mails freuen können. Aber wie mit vielen Innovationen gilt auch hier: sie offerieren neue Möglichkeiten, bergen aber auch Gefahren. Und es wird Gewinner wie auch Verlierer geben. Denken Sie darüber nach, wie Sie die folgenden fünf Aspekte des E-Mail Posteingangs von morgen nutzen können, um als Gewinner daraus hervorzugehen.

1. Der Posteingang der Zukunft ist vollkommen automatisiert. Eingehende E-Mails werden direkt sortiert und priorisiert und die Bearbeitung der E-Mails wird damit weitaus intuitiver erfolgen können. Positiv daran ist, dass Konsumenten direkt aus dem E-Mail Account heraus aktiv werden können, so ist z.B. ein Online Einkauf aus dem Ordner „Einkaufen“ vorstellbar. Aber E-Marketer benötigen tiefergehende Erkenntnisse darüber, wie ihre Kunden mit ihren E-Mails umgehen und wo und wann sie diese lesen, um vermeiden zu können, dass E-Mails durch die automatische Sortierung direkt verschoben und damit auch direkt vergessen werden.

2. Als Minimalverbesserung werden E-Mail Nachrichten der Zukunft ein bisschen interaktiver und ein bisschen mehr auf den individuellen Adressaten angepasst sein. Erste Versionen einer interaktiven Inbox gibt es von: Movable Ink (macht E-Mails dynamischer), Rapportive (zeigt die Aktivitäten der E-Mail Kontakte in sozialen Netzwerken an), Google Voice via Google Talk (ermöglicht Ihnen, direkt aus Gmail heraus Kontakte anzurufen), LiveClicker (in E-Mails integrierte Videos) und TripIt (erstellt Ihren mobilen Reiseplan und verwaltet diesen). Im Idealfall werden Ihre Kunden direkt aus der E-Mail heraus einkaufen, Videos ansehen und Kommentare auf sozialen Netzwerken posten können. Sie sollten nicht gezwungen sein, die E-Mail zu verlassen, um „mehr zu erfahren“ oder auf Ihrer Webseite zu surfen. Durch dynamischen Geo-Targeting werden E-Marketer in der Lage sein, E-Mails genau dann zu versenden, wenn sich Adressaten an bestimmten Orten aufhalten (in Ihrem Laden oder dem Laden des Wettbewerbs). Einschränkend muss ich sagen, dass die E-Mail weitaus sicherer werden muss, bevor diese Visionen Realität werden können. Sicher ist aber, dass es passieren wird, nur nicht direkt morgen.

Erste Versuche, die E-Mail interaktiver zu machen – durch entsprechende Initiativen bei Hotmail, Yahoo und “privaten” Ansätzen wie Goodmail sowie mittels verschiedener Plug-Ins – waren nicht von durchschlagendem Erfolg gekrönt. Die Vorteile für E-Mail Nutzer, Mailbox Provider sowie Anbieter von E-Mail-Clients und Betriebssystemen sind jedoch groß genug, so dass weitere Ansätze zu erwarten sind. Für E-Marketer sind diese Bestrebungen durchwegs positiv zu werten, da interaktive Posteingänge ihnen neue Wege eröffnen werden, um ihren Kunden direkt aus der E-Mail heraus Angebote zu vermitteln. Doch bedeutet jede Änderung auch, dass neue Strategien entwickelt und neue Taktiken umgesetzt werden müssen.

3. Die Inbox der Zukunft wird “aufgeräumt” sein. Gleichwohl zu erwarten ist, dass der Posteingang von morgen – wie erwähnt – Funktionen zur automatischen Sortierung eingehender E-Mails aufweisen wird, ist nicht davon auszugehen, dass das E-Mail Volumen nachlassen wird. Wohl eher das Gegenteil dürfte zutreffen. So müssen Mailbox Provider weiterhin Filterentscheidungen treffen. Meine Erwartung dabei ist, dass Internetdienstleister verschiedene E-Mail-Klassen unterschiedlich behandeln werden. Beispielsweise könnten alle klar als Werbe-E-Mails zu identifizierenden Nachrichten direkt in einen Ordner einsortiert werden, bestimmte Nachrichten könnten in nur einer E-Mail zusammengefasst werden und es ist auch vorstellbar, dass spezielle Angebote oder Coupons direkt als solche hervorgehoben werden, sollte der Nutzer daran interessiert sein. All diese Dinge sind für E-Markter von höchster Relevanz; so haben unsere Tests beispielsweise gezeigt, dass E-Mails, die in die Priority Inbox von Gmail zugestellt wurden eine doppelt so hohe Leserate aufwiesen wie E-Mails, die in den regulären Posteingang gingen. Doch die erwähnten Neuerungen müssen für E-Marketer nicht unbedingt von Nachteil sein. Es gibt bereits interessante Ansätze, bei denen E-Mails mit Apps verknüpft werden – wie dem Passbook von Apple – und die Coupons für den Nutzer wieder interessanter machen dürften.

4. Der Posteingang von morgen wird sicher sein. Mailbox Provider und Internetdienstleister arbeiten bereits heute mit bekannten Marken zusammen, um Phishing und andere Schadmails wirksam bekämpfen und hoffentlich bald ausmerzen zu können. DMARC etabliert sich und Authentifizierung wir mehr und mehr zum „Must-Have“. Auch gibt es Bestrebungen, für bestimmte Arten von E-Mails Siegel einzuführen, die deren Sicherheit/Echtheit ausweisen. All dies sind gute Nachrichten für E-Marketer – aber es bedeutet auch, dass es immer weniger Ausreden gibt, wenn der eigene Brand Opfer einer Phishing-Attacke wird.

5. Die Inbox der Zukunft wird mobil sein. Fast 40 Prozent der E-Mails werden heute schon auf mobilen Endgeräten geöffnet. Und es wird wohl nicht lange dauern, bis diese Zahl auf über 50 Prozent geklettert ist – oder vielleicht sind sogar 80 Prozent vorstellbar? Ihre Kunden lesen ihre E-Mails heute direkt nach dem Aufwachen und noch vor dem zu Bett gehen, sie checken E-Mails mehrfach am Tag und auch das ist für E-Marketer durchaus positiv. Aber vergessen wir dabei nicht, dass es auch bedeutet, dass E-Marketer noch mehr über ihre Kunden wissen müssen, um auf deren E-Mail-Gewohnheiten eingehen zu können, um damit das E-Mail-Erlebnis zu verbessern. Welche Endgeräte werden eingesetzt? Wann? Wo? Nur Marketing-Spezialisten, die Antworten auf diese Fragen haben, werden sich im harten Wettbewerb (heute und morgen) durchsetzen können.

Wir freuen uns, dass es wieder mehr Innovationen rund um das Thema E-Mail gibt; Innovationen, die die E-Mail-Erfahrung der Konsumenten positiv beeinflussen werden und ihren Umgang mit E-Mails und ihre Erwartungen daran maßgeblich verändern werden. Wie sich die Zukunft des Posteingangs entwickelt, so müssen auch E-Marketer ihr Marketing darauf anpassen und Daten und Analysen nutzen, um ausgestattet mit mehr Erkenntnissen über ihre Kunden am Markt gewinnen zu können.

Dieser Artikel erschien im englischen Original ursprünglich auf http://www.mediapost.com/publications/article/185838/new-technology-offers-glimpses-into-inbox-of-futur.html#ixzz2Cxcf2Lg1