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Bilanz gezogen: Sind meine Prognosen für 2012 eingetreten?

Matt Blumberg
14. Januar 2013 - Matt Blumberg, Co-Founder, Chief Executive Officer & Chairman at Return Path

Anfang vergangenen Jahres habe ich vier Negativ-Prognosen – ich nenne sie „Unpredictions“ – für das Jahr 2012 aufgestellt , d.h. ich habe versucht vorherzusagen, was NICHT passieren wird. Ich fühle mich regelmäßig dazu verpflichtet, im Rückblick zu überprüfen, ob meine Prognosen auch tatsächlich eingetreten sind. Wie schon in verschiedenen Jahren zuvor, hatte ich mit meinen Vorhersagen auch 2012 den richtigen Riecher.

1. „ISPs werden eingehende E-Mails nicht aufgrund mangelnden Engagements einzelner Empfänger gleich für alle Adressaten blockieren; die Interaktion der Empfänger mit E-Mails wird aber eine größere Rolle spielen, denn je zuvor.“

Die Bilanz: Hier war ich ein bisschen auf der sicheren Seite geblieben, aber es bewahrheitete sich fraglos. Engagement ist heute mehr denn je ein Kriterium, das Einfluss darauf hat, ob E-Mails an den Posteingang zugestellt werden – und das mit wachsender Tendenz. Im letzten Jahr sahen sich Versender mehr und mehr Zustellproblemen gegenüber, die wir auf den Umgang der Empfänger mit den eingehenden E-Mails zurückführen konnten. Aber obwohl die weltweiten Inbox Placement-Raten leicht abfielen, war 2012 bestimmt nicht das Jahr, in dem E-Mails aufgrund von negativem Engagement oder mangelndem Engagement nicht an die Adressaten zugestellt wurden.

2. „Domain Reputation wird im Jahr 2012 noch nicht implementiert, jedoch werden die nächsten zwölf Monate intensiv für die Planung dieser Einführung genutzt.“

Die Bilanz: Ins Schwarze getroffen. Denn überlegen Sie nur, wie viel Aufmerksamkeit DMARC dem Domain-Level-Reporting widmet. Noch verfügen wir zwar nicht über breit implementierte Lösungen, die Versenderdaten auf Domain-Basis nutzen; letztendlich aber existiert die Möglichkeit, E-Mail-Traffic im Hinblick auf die Herkunft von bestimmten Domains zu beobachten – und mit Registrierungsstellen zusammenzuarbeiten, um notfalls eine Domain zu blockieren oder zu löschen.

3. „Mobile Endgeräte werden auch im Jahr 2012 noch nicht die dominierende Plattform für das Lesen von E-Mails – werden aber ihren Anteil unverändert schnell weiter ausbauen können.“

Die Bilanz: Richtig. Mobile E-Mail-Öffnungen haben sich so viel Anteil einverleibt, dass ich mit dieser Prognose fast daneben traf. Ende 2012 wurden mobile Plattformen am häufigsten für E-Mail-Öffnungen genutzt und hatten Webmail und Desktop-Clients überholt. Das Öffnen von E-Mails wird zunehmend auf Smartphones praktiziert. Mobile Endgeräte insgesamt haben hier einen Anteil von fast 40 Prozent.

4. „Soziale Netzwerke werden auch 2012 noch nicht zur meistgenutzten Kommunikationsplattform aufsteigen, werden jedoch der E-Mail-Nutzung nochmals einen Schub geben.“

Die Bilanz: Völlig richtig. Wir sehen in der Tat eine Zunahme an E-Mails, die von sozialen Netzwerken erzeugt werden, deren Volumen aber absolut nicht als Lawine zu bezeichnen ist. Dagegen stieg 2012 das E-Mail-Volumen praktisch aus allen Quellen so flutartig an, dass ISPs erste wirksame Schritte unternehmen, um diese Fluten unter Kontrolle zu bringen. Anzeichen einer Abschwächung sind nicht zu erkennen. Und das bedeutet auch nicht, dass die Kommunikation im Rahmen sozialer Netzwerke stagniert. Es besagt nur, dass diese Plattformen von einer dominanten Rolle noch weit entfernt sind, wenn es überhaupt dazu kommen sollte.

 

Morgen werde ich mich mit der Zukunft beschäftigen und Ihnen mitteilen, welche Entwicklungen ich für das Jahr 2013 im E-Mail-Umfeld erwarte.